Betrieblicher Umweltschutz der KfW

Die KfW Bankengruppe arbeitet klimaneutral (Foto: KfW-Bildarchiv)

Die KfW Bankengruppe arbeitet klimaneutral (Foto: KfW-Bildarchiv)

Die Geschäftsprozesse der KfW Bankengruppe wirken auf die lokale und globale Umwelt ein, sowohl direkt als auch indirekt. Aufgabe des betrieblichen Umweltschutzes ist es dafür zu sorgen, dass diese Einwirkungen auf ein möglichst geringes Maß reduziert werden. Bei den Treibhausgasemissionen werden die unvermeidbaren Restemissionen - da die KfW Bankengruppe in ihren eigenen Gebäuden zu 100 % Ökostrom bezieht, resultieren diese insbesondere aus Gebäudeheizung und Dienstreisen - seit 2006 zu 100 % CO2-neutral gestellt. Für die Neutralstellung wurden im Jahr 2009 für 15.808 Tonnen CO2 hochwertige Minderungszertifikate (CERs) aus einem CDM-Projekt in Brasilien erworben und stillgelegt. 

Der Neutralstellungsbedarf ist in den letzten vier Jahren erheblich reduziert worden (2006 noch rund 29.000 t). Hauptverantwortlich ist dafür zum einen die Umstellung aller KfW-Gebäude sowie nahezu aller angemieteter Frankfurter Gebäude auf 100 Prozent Ökostrom - mit CO2-Nullgewicht, da aus Wasserkraft erzeugt. Zum anderen der seit 2006 um rund 25 % abnehmende Verbrauch an Erdgas durch den Bezug der neuen, besonders energieeffizienten Gebäude. Einem noch niedrigeren Neutralstellungsbedarf stand die Zunahme an internationalen Flugreisen entgegen (Neutralstellungsbedarf hierfür rund 45 % höher als 2006).

Der Erreichung der ehrgeizigen Ziele im betrieblichen Umweltschutz dienen in der KfW zum einen eine ergänzende Organisationsstruktur - unter anderem Standortbeauftragte für den betrieblichen Umweltschutz an allen Standorten und eine KfW-übergreifende Arbeitsgruppe Betriebsökologie - sowie zum anderen eine eigene Nachhaltigkeitsrichtlinie.

Die KfW Bankengruppe setzt sich auch bei Bau- und Sanierungsmaßnahmen hohe ökologische Ziele. Die im Jahr 2003 fertig gestellte Ostarkade am Standort Frankfurt verfügt unter anderem über eine Holzpelletsheizung. 2006 wurden bei der Revitalisierung des Haupthauses in Frankfurt Techniken eingesetzt, die auch in der Ostarkade schon erprobt wurden, zum Beispiel die Grauwassernutzung und eine Temperierung über eine freie Nachtauskühlung, die den Verzicht auf eine aufwändige und energieintensive Lüftungsanlage möglich machte. Die im Mai 2010 fertig gestellte neue Westarkade wird mit einer neuartigen innovativen Druckringfassade ausgestattet, die einen hohen Schall- und sommerlichen Wärmeschutz bei natürlicher Lüftung ermöglicht. Mit einem Verbrauch von 98 kWh/qm und Jahr an Primärenergie ist die Westarkade eins der energieeffizientesten Bürogebäude der Welt.

Als Instrument zu Vermeidung von Dienstreisen haben sich Videokonferenzen sehr bewährt. Die Nachfrage steigt weiterhin stetig, allein 2008 fanden innerhalb der KfW über 1.500 Videokonferenzen statt.

Die betriebsökologischen Ziele und Maßnahmen werden im Rahmen von Umweltprogrammen umgesetzt, die analog zu den Nachhaltigkeitsberichten eine Gültigkeit von drei Jahren haben. Im Laufe der Jahre konnten die Ressourcenverbräuche der KfW dank des systematischen Umweltmanagements zum Teil erheblich gesenkt werden. Herausragende Ziele des laufenden Umweltprogramms sind unter anderem eine maximal mögliche Virtualisierung des bestehenden Serverbestandes, die Prüfung von Optimierungsmöglichkeiten der gesamten Beleuchtung sowie eine Ausstellung zum Thema "Klima- und Umweltschutz in der KfW" und die Infokampagne "Natürlich wir" - mit dem Ziel, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter grundsätzlich über das Thema zu informieren und aktiv in die Umsetzung der gesetzten Ziele einzubeziehen.

Grundlagen der Umweltbilanzen der KfW sind die Vorgaben des Vereins für Umweltmanagement bei Banken, Sparkassen und Versicherungen e. V., die an ausgesuchten Stellen den spezifischen Anforderungen der KfW Bankengruppe angepasst wurden. Die wesentlichen Konten sind Energie, Verkehr, Emissionen, Papier, Wasser und Abfall. Berücksichtigt werden bei den Umweltbilanzen alle Mitarbeiter der KfW in Deutschland, alle Gebäude der KfW sowie in Frankfurt große angemietete Gebäude. Die jährliche Umweltbilanzierung wird mittels der Software SoFi der Firma PE International erhoben. Die für die Umweltbilanzierung relevante Anzahl der Mitarbeiter belief sich im Jahr 2008 auf rund 4.600. Die über 50 Außenbüros der KfW Bankengruppe werden bislang nicht explizit in der Umweltbilanz berücksichtigt. Herausragende Umwelteinwirkungen, wie vor allem die mit dem Betrieb der Büros zusammenhängenden internationalen Dienstreisen, werden jedoch bereits mitbilanziert.

Betrieblicher Umweltschutz ist kein bloßer Kostenfaktor, sondern kann auch helfen, Kosten zu senken, wie die nachstehenden Beispiele zeigen:

Durch die Optimierung der Abfallentsorgung in Bonn (2009) können zukünftig rund 50.000 Euro pro Jahr eingespart werden.

Als Ergebnis eines Effizienzprojektes werden 2009 Farbdrucke in den Hausdruckereien reduziert. Die Einsparung wird rund 35.000 Euro netto pro Jahr betragen. Darüber hinaus wird die Anzahl der Schwarz-Weiß-Großdrucker um rund 35 % verringert. Dies führt zu einer besseren Auslastung der Maschinen bei gleichzeitiger Reduktion des Energieverbrauchs.

Seit 2008 wird der Bestand an Windows-Servern bei planmäßigem Hardwaretausch auf Virtualisierbarkeit geprüft. Bis 2011 sind dann Einsparungen von mindestens 200.000 Euro pro Jahr realisiert. 

Beim Bau des neuen Rechenzentrums wird derzeit eine Reihe technischer Maßnahmen umgesetzt, die die Energieeffizienz steigern. So wird etwa die Abwärme zum Heizen von Büros und des Foyers der Westarkade in Frankfurt genutzt.

Aktuelles:

Die KfW druckt ihre Publikationen seit Januar 2011 klimaneutral in speziell zertifizierten Betrieben. Damit leistet die Umweltbank einen weiteren Beitrag zum Klimaschutz.

Für ihre Publikationen beauftragt die KfW seit dem 01.01.2011 nur noch solche Druckereien, die nicht nur umweltfreundliches Papier nutzen, sondern auch klimaneutral fertigen. Klimaneutralität bedeutet, dass der Herstellungsprozess das CO2-Gleichgewicht der Atmosphäre nicht verändert. Hierbei werden alle CO2-Emissionen berechnet, die beim Druckvorgang sowie bei der Herstellung der benötigten Materialien entstehen. Der so ermittelte Kohlendioxid-Ausstoß wird durch den Einkauf von Emissionszertifikaten kompensiert.

Die KfW übernimmt Verantwortung für Klima und Umwelt. Dies gilt auch für Schadstoffemissionen, die durch betriebliche Prozesse verursacht werden. Die Umweltbank hält den Wasser-, Heizenergie- und Stromverbrauch ebenso wie den internen Papierverbrauch so gering wie möglich. Die KfW nimmt damit eine herausragende Stellung unter den deutschen Banken ein.

Detailinformationen finden Sie in der unten aufgeführten Datei "Klimaneutrale Publikationen der KfW".


Weiterführende Informationen

KfW-Campus Frankfurt

Richtlinie für den betrieblichen Umweltschutz der KfW Bankengruppe (PDF, 100 KB, nicht barrierefrei)

Verein für Umweltmanagement bei Banken, Sparkassen und Versicherungen e. V. (VfU)

Klimaneutrale Publikationen der KfW (PDF, 167 KB, barrierefrei)